Was ist Biogas?
Biogas entsteht, wenn Biomasse wie Gülle, Bioabfälle oder Energiepflanzen in einer Biogasanlage unter Luftabschluss vergärt. Dabei bilden Mikroorganismen ein Gasgemisch, das vor allem aus Methan und Kohlendioxid besteht. Wird das Rohgas gereinigt und aufbereitet, spricht man von Biomethan. Es kann wie Erdgas ins normale Gasnetz eingespeist werden.
Biogas gilt als klimafreundlicher als Erdgas, weil bei der Verbrennung nur so viel CO₂ frei wird, wie die Pflanzen zuvor aufgenommen haben. Ganz emissionsfrei ist es trotzdem nicht, denn Anbau, Transport und Aufbereitung verursachen ebenfalls Emissionen.
Biogas, Ökogas, Klimagas: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt. Für die Tarifwahl ist der Unterschied wichtig:
| Begriff | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Biogas-Tarif | Das gelieferte Gas enthält einen bestimmten Anteil Biomethan, zum Beispiel 10 % oder 100 %. Der Rest ist meist Erdgas. |
| Ökogas | Sammelbegriff ohne einheitliche Definition. Gemeint ist ein Tarif mit Biogasanteil, mit CO₂-Ausgleich oder beides. |
| Klimagas | Reines Erdgas, dessen CO₂-Emissionen über Klimaschutzprojekte oder Zertifikate ausgeglichen werden. Es ist kein Biogas enthalten. |
Wichtig: „Ökogas“ bedeutet nicht automatisch, dass Biogas im Tarif steckt. Entscheidend ist der ausgewiesene Biogasanteil.
Worauf Sie bei Biogas-Tarifen achten sollten
- Biogasanteil: Je höher der Anteil, desto größer die Klimawirkung, aber meist auch der Preis. Anbieter bieten häufig Stufen wie 5, 10, 30 oder 100 % an.
- Herkunft der Rohstoffe: Biogas aus Abfall- und Reststoffen (zum Beispiel Bioabfall oder Gülle) gilt als empfehlenswerter als Biogas aus Anbaubiomasse, für die Flächen genutzt werden.
- Zertifikate und Labels: Siegel wie das Grüne Gas Label (für Biogas) oder der Gold Standard und Zertifizierungen durch den TÜV (für CO₂-Ausgleich) schaffen Transparenz. Prüfen Sie, was ein Label tatsächlich bestätigt.
- Umgang mit dem fossilen Rest: Seriöse Anbieter gleichen die Emissionen des Erdgasanteils zusätzlich aus und sagen offen, wie.
- Vertragsbedingungen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und Bonus gelten wie bei jedem anderen Gastarif.
Ist Biogas teurer als Erdgas?
Meist ja, aber der Aufpreis hängt stark vom Biogasanteil und von Ihrer Region ab. Ein Tarif mit geringem Anteil kostet oft nur wenig mehr als ein normaler Gastarif, ein Tarif mit 100 % Biomethan deutlich mehr. Aktuelle Preise für Ihre Postleitzahl zeigt der Vergleich.
Ein Grund für die höheren Preise: Biomethan macht nur einen kleinen Teil der deutschen Gasversorgung aus, und die Herstellung ist aufwendiger als die Förderung von Erdgas.
Das spricht für einen Biogas-Tarif
- Geringere Klimabelastung gegenüber reinem Erdgas
- Förderung regionaler Energieerzeugung
- Die Heizung bleibt unverändert, Sie wechseln nur den Tarif
Das sollten Sie bedenken
- Meist höhere Kosten als ein Standardtarif
- Große Unterschiede in der Qualität der Angebote
- Preisvorteile für Neukunden gelten oft nur im ersten Jahr
Biogas-Tarif finden und wechseln
- Postleitzahl und Verbrauch eingeben. Nutzen Sie dafür den Gasvergleich. Ihren Verbrauch finden Sie auf der letzten Rechnung oder über unsere Richtwerte.
- Nach Biogas filtern. Im Rechner können Sie die Auswahl auf Biogas-Tarife einschränken. Prüfen Sie dann bei jedem Angebot den Biogasanteil.
- Wechsel beauftragen. Den Ablauf erklärt die Seite Gasanbieter wechseln.
