Lohnt sich ein Gasanbieter-Wechsel?
In den meisten Fällen ja, vor allem wenn Sie noch in der Grundversorgung sind oder seit Jahren denselben Vertrag haben. In die Grundversorgung fallen Sie automatisch, etwa nach einem Umzug, wenn Sie keinen Tarif ausgesucht haben. Sie ist flexibel (zwei Wochen Kündigungsfrist), aber oft teurer als ein Sondervertrag bei einem anderen Anbieter.
Wie viel Sie sparen, hängt von Verbrauch, Region und aktuellem Tarif ab. Zur Orientierung: Der amtliche Durchschnittspreis für Haushalte lag laut Statistischem Bundesamt im zweiten Halbjahr 2025 bei 12,23 Cent pro Kilowattstunde. In diesem Durchschnitt stecken auch Haushalte in der Grundversorgung. Welche Tarife für Ihre Adresse aktuell möglich sind, zeigt der Vergleich.
Gut zu wissen: Der Wechsel ist kostenlos, und Ihre Gasversorgung wird dabei nicht unterbrochen. Die Versorgung ist gesetzlich abgesichert.
Gasanbieter wechseln in 3 Schritten
- Preise vergleichen. Sie brauchen nur Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Den Verbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Gasrechnung. Ohne Rechnung hilft die Haushaltsgröße als Richtwert, siehe Gasverbrauch im Haushalt.
- Tarif auswählen. Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Vertragsbedingungen (siehe nächster Abschnitt).
- Wechsel beauftragen. Sie melden sich beim neuen Anbieter an. Die Kündigung bei Ihrem bisherigen Versorger übernimmt in der Regel der neue Anbieter.
Worauf Sie bei der Tarifauswahl achten sollten
Der günstigste Preis im Vergleich ist nicht automatisch der beste Tarif. Prüfen Sie diese Punkte:
- Arbeitspreis und Grundpreis: Der Arbeitspreis gilt je Kilowattstunde, der Grundpreis fällt unabhängig vom Verbrauch an. Entscheidend ist der Gesamtpreis für Ihren Verbrauch.
- Bonus: Neukundenboni gelten meist nur im ersten Jahr und werden oft erst nach Ablauf des ersten Vertragsjahres ausgezahlt. Sofortboni kommen in der Regel schneller. Prüfen Sie die Bedingungen und den Preis ab dem zweiten Jahr.
- Preisgarantie: Eine volle Preisgarantie schützt Sie vor Preiserhöhungen. Bei einer eingeschränkten Garantie können einzelne Preisbestandteile trotzdem steigen.
- Laufzeit und Kündigungsfrist: Kurze Bindung hält Sie flexibel.
- Vorkasse und Pakettarife: Bei Vorauszahlung oder festen Verbrauchspaketen kann es teuer werden, etwa bei Mehrverbrauch oder einer Anbieterinsolvenz.
| Das sollten Sie bevorzugen | Das sollten Sie vermeiden |
|---|---|
| Kurze Erstlaufzeit (bis 12 Monate) | Lange Bindung ohne Preisvorteil |
| Kündigungsfrist von höchstens einem Monat | Vorkasse und Pakettarife |
| Volle Preisgarantie | Boni, deren Bedingungen die Auszahlung erschweren |
| Erfahrungsberichte zum Anbieter lesen | Anbieter ohne transparente Vertragsbedingungen |
Seit dem 1. März 2022 gelten für neu abgeschlossene Verträge strengere Regeln: Die Erstlaufzeit darf höchstens zwei Jahre betragen, die Kündigungsfrist höchstens einen Monat, und eine stillschweigende Verlängerung ist nur auf unbestimmte Zeit mit einmonatiger Kündigungsfrist zulässig. Ältere Verträge können längere Fristen enthalten. Ein Blick in Ihre Vertragsunterlagen lohnt sich.
Das brauchen Sie für den Wechsel
- Name, Geburtsdatum und Lieferadresse
- E-Mail-Adresse und Bankverbindung für die Abschläge
- Zählernummer und aktueller Zählerstand
- Kundennummer und Name Ihres bisherigen Versorgers
Der Wechsel dauert in der Regel einige Wochen, weil Kündigungsfristen berücksichtigt werden. Verzögerungen entstehen oft durch unvollständige Angaben oder eine bestehende Vertragsbindung. Geben Sie Ihre Daten daher sorgfältig an. Bei einer schlechten Bonität kann ein Anbieter einen Vertrag ablehnen oder eine Kaution verlangen.
Wann Sie sofort wechseln können
- Preiserhöhung: Kündigt Ihr Anbieter eine Preiserhöhung an, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht (siehe Energiewirtschaftsgesetz).
- Umzug: Zieht Sie es in ein Gebiet, das Ihr Anbieter nicht beliefert, können Sie außerordentlich kündigen.
- Grundversorgung: Hier gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.
Was passiert, wenn mein Gasanbieter insolvent wird?
Dann übernimmt der örtliche Grundversorger, sodass Ihre Versorgung weiterläuft. Weil die Grundversorgung oft teurer ist, sollten Sie anschließend zügig zu einem günstigeren Tarif wechseln.
Wo bekomme ich Hilfe bei Streit?
Bei Fragen zum Wechsel hilft der Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur. Bei Streitigkeiten mit einem Energieversorger kann die Schlichtungsstelle Energie vermitteln.
